Hi, ich bin Jacqueline – und ich arbeite von zuhause.

„Oh, wie entspannt! So einen Tagesablauf hätte ich ja auch gern. Fühlt sich bestimmt gar nicht wie Arbeit an!“

Haha, klar. Ich liege den ganzen Tag nur herum, trage Jogginghosen und schiebe ab und zu den Cursor mal ein bisschen über meinen unverschämt grossen Bildschirm. Zwischendurch vielleicht ein bisschen Kaffee, ein paar Mails, ein bisschen Instagram… klingt traumhaft, oder?

Heute kann ich darüber lachen. Denn ich weiss: Das ist ein Märchen. Im Home Office zu arbeiten kann verdammt herausfordernd sein – gerade, wenn man selbständig ist. Es braucht Selbstdisziplin, Klarheit, Struktur. Und manchmal auch eine grosse Portion Gelassenheit, wenn der schön geplante Tag plötzlich komplett auseinanderfällt.

Seit Corona wissen das viele. Damals, als plötzlich alle von zu Hause aus arbeiten mussten, wurde klar: Home Office ist kein Selbstläufer. Es braucht Konzentration, Eigenmotivation – und vor allem ein gutes Mass an Selbstführung.

Ich erinnere mich aber auch an Zeiten, in denen ich rot angelaufen bin, wenn jemand sagte: „Also wenn sich das alles so entspannt anfühlt, dann ist das keine richtige Arbeit.“ Und ich mich tatsächlich fragte, ob ich vielleicht zu locker bin.

Aber mal ehrlich: Woher kommt eigentlich diese Annahme, dass Arbeit sich immer schwer und anstrengend anfühlen muss? Dass wir am Ende des Tages nur dann stolz sein dürfen, wenn wir völlig erschöpft sind?

→ Genau dieser Frage bin ich mal auf den Grund gegangen. (Kleiner Spoiler: Es hat mit sehr alten Vorstellungen zu tun – aber dazu später mehr.)

In diesem Artikel erzähle ich dir, wie ich meinen Alltag im Home Office strukturiere, ohne im Chaos zu versumpfen. Wie ich Raum finde für Sport, für meine Familie, für Me-Time und für Ideen, die mein Business weiterbringen. Und wie ich es schaffe, mich dabei nicht zu verlieren – auch wenn es nicht immer läuft, wie geplant.

Warum ich trotz aller Freiheiten manchmal fast untergehe

Auf dem Papier sieht es perfekt aus: freie Zeiteinteilung, keine Pendelzeit, flexible Termine, selbstbestimmtes Arbeiten. Die Realität? Die ist manchmal eher ein wildes Tetris-Spiel.

Da stehen auf dem Tagesplan eigentlich drei klar definierte Aufgaben – und schwupps ruft ein potenzieller Neukunde an, mit einem richtig spannenden Projekt, das natürlich am besten gestern starten soll. Ein anderes Projekt, das eigentlich fast fertig war, entpuppt sich plötzlich als umfangreicher als gedacht. Und dann kommt noch ein spontaner Anruf oder ein technisches Problem dazu, das dir eine Stunde klaut, bevor du überhaupt richtig in den Tag gestartet bist.

Und wenn dann noch privat mehr los ist – weil gerade Schulferien sind, ein Familiengeburtstag ansteht oder der Garten ruft – dann gerät alles ins Rutschen. Plötzlich ist mein schöner Wochenplan nur noch ein bunter Flickenteppich aus Terminen, Verschiebungen und „Ich mach das später“-Notizen.

Ich sag’s dir ganz ehrlich: Ich liebe meine Freiheit. Aber sie fordert mich auch. Denn niemand ausser mir sorgt dafür, dass ich fokussiert bleibe. Es gibt keine Teamleitung, die mir Deadlines hinterherschickt, und kein Büro, das um Punkt 18 Uhr die Lichter ausknipst.

Freiheit ohne Struktur? Ist wie Autofahren ohne Lenkrad. Du bewegst dich – aber ob du dort ankommst, wo du eigentlich hinwolltest, ist eher Glückssache.

Was mir wichtig ist – und wie ich versuche, Raum dafür zu schaffen

Mit der Zeit habe ich für mich herausgefunden, was mir wirklich wichtig ist. Nicht nur im Business, sondern im Alltag als Ganzes. Es sind Dinge, die mir Kraft geben, mich zentrieren und dafür sorgen, dass ich nicht nur funktioniere, sondern wirklich lebe.

„You are your best asset. Take care of yourself.“

Unknown

Bewegung.

Ich brauche sie, um in den Tag zu kommen – körperlich und mental. Oft reichen 15 bis 20 Minuten Yoga, ein Spaziergang oder einfach nur ein bisschen Dehnen mit Musik. Hauptsache: Ich starte nicht direkt kopfüber in den To-do-Wahnsinn.

Zeit mit meiner Familie.

Ich arbeite von zu Hause – aber das heisst nicht automatisch, dass ich präsent bin. Deshalb versuche ich, mir bewusst Zeitfenster zu schaffen, in denen ich wirklich da bin. Ohne Laptop, ohne Handy, ohne Multitasking. Klappt nicht immer – aber immer öfter.

Raum für Ideen.

Ich liebe es, zu planen, weiterzudenken, neue Dinge entstehen zu lassen. Dafür brauche ich Pausen vom Tagesgeschäft – kleine kreative Inseln, in denen nichts erwartet wird, ausser zu denken, zu träumen, zu spinnen.

Me-Time.

Und dann ist da noch das, was im Alltag oft untergeht: Zeit nur für mich. Freunde treffen, lesen, Musik hören, ins Leere starren. Diese Momente sind nicht Luxus, sie sind notwendig. Ohne sie verliere ich die Verbindung zu mir selbst – und dann funktioniert auch der Rest nicht mehr.

Um all dem Raum zu geben, habe ich mir ein paar persönliche Anker geschaffen:

Ein CEO-Day pro Woche, an dem ich am Business arbeite statt im Dauer-Doing zu stecken. Pufferzeiten in meinem Kalender, die bewusst nicht verplant sind – damit ich Raum habe für Unerwartetes oder einfach zum Durchatmen. Und ganz wichtig: Ich plane nicht zu 100 % aus. Mein Wochenplan ist kein Hochseilakt – sondern eher ein flexibles Gerüst mit Platz zum Atmen.

„Almost everything will work again if you unplug it for a few minutes – including you.“

Anne Lamott

Natürlich läuft nicht jede Woche nach Plan. Es gibt Tage, da fliegt alles durcheinander. Dann fällt der Sport aus, der CEO-Day wird verschoben, die Me-Time wird gestrichen. Und das ist okay.

Denn für mich bedeutet Struktur nicht, dass alles starr abläuft. Es bedeutet: Ich weiß, was mir wichtig ist. Und ich finde immer wieder zurück – auch wenn das Leben mich mal kurz aus der Kurve trägt.

Kleiner Einblick in meine Tools & Lieblingsroutinen

 So halte ich mich im Alltag besser auf Kurs:

CEO-Day: Zeit für Strategie, Contentplanung, Finanzen & Weiterbildung

♥ Bewegung am Morgen: Rudern, Krafttraining oder Spaziergang oder Fahrrad fahren – mindestens 15 Minuten

♥ Tools: Notion, Slack, 1Password, Chat GPT

♥ Me-Time: 1 Nachmittag pro Woche ist geblockt – ohne Kundentermine, ohne Verpflichtungen

♥ Keine 100 %-Auslastung im Kalender – Pufferzeit ist Pflicht

Die Sache mit der Eigenverantwortung

Selbständig zu sein bedeutet: Ich trage die volle Verantwortung – für meine Zeit, meine Energie, mein Einkommen. Es gibt niemanden, der mir sagt, was ich wann tun soll. Kein Chef, kein Stundenplan, keine Stechuhr. Und auch keinen doppelten Boden.

Wenn gerade nicht viele Aufträge reinkommen, liegt es an mir, neue Kontakte zu knüpfen oder Angebote zu überarbeiten. Wenn ich merke, dass mir etwas fehlt – sei es technisches Know-how, Strategie oder ein neuer Impuls – dann ist es meine Aufgabe, mich weiterzubilden. Und das nicht irgendwann, sondern regelmässig.

Ein Arbeitstag im Home Office setzt der Eigenverantwortung dann noch die Krone auf: Wer zuhause arbeitet, muss top organisiert sein. In den Tag hineinleben und keinen Plan haben? Vergiss es. Das gefährdet langfristig die eigene Existenz.

Es gibt niemanden, der dich freundlich daran erinnert, konzentriert zu bleiben. Niemand, der dir sagt: „Mach jetzt mal deine Buchhaltung. Vergiss die Frist nicht. Und hey, der Pitch, den wolltest du doch auch noch fertig schreiben.“ Das alles liegt bei mir. Jeden Tag.

So viel also vom Pyjama-Märchen und dem Dolce-Vita-Gefühl. Und trotzdem: Ich würde momentan nicht tauschen wollen. Ich liebe meine Freiheit – und ich weiss, was sie mich kostet.

Warum denken wir eigentlich, Arbeit muss sich elend anfühlen?

Kennst du diesen inneren Kritiker, der sich meldet, sobald man mal einen Gang runterschaltet?

„So einfach kann das doch nicht sein. Das zählt doch nicht als richtige Arbeit.“

„Du kannst doch nicht am helllichten Tag spazieren gehen – während andere im Büro sitzen!“

Ich hab mich lange gefragt, woher das kommt – dieser unterschwellige Druck, dass Arbeit nur dann etwas wert ist, wenn sie schwer ist. Wenn sie schlaucht. Wenn man am Ende des Tages völlig ausgelaugt ist und mit dem Gefühl ins Bett fällt, etwas geleistet zu haben.

„Don’t confuse activity with productivity. Many people are simply busy being busy.“

Robin Sharma

Ich bin der Sache mal historisch auf den Grund gegangen. Spoiler: Es ist kein persönliches Problem – es ist ein kulturelles.

Unsere Gesellschaft ist geprägt von einem Arbeitsbild, das aus der industriellen Revolution stammt. Damals war klar: Wer hart arbeitet, ist tugendhaft. Wer Pause macht, ist faul. Und spätestens mit der protestantischen Arbeitsethik wurde diese Haltung religiös aufgeladen: Arbeit als Lebenssinn, als Beweis für Disziplin, als moralische Pflicht.

Kein Wunder also, dass wir oft ein schlechtes Gewissen haben, wenn sich Arbeit leicht anfühlt – oder wenn wir mal Zeit für uns selbst einplanen.

Aber hier ist die Wahrheit: Nur weil es leicht fällt, ist es nicht weniger wert. Und nur weil du deinen Tag im Home Office strukturierst und dabei nicht fix und fertig bist, heisst das nicht, dass du weniger geleistet hast.

Vielleicht ist es sogar genau das, was neue Arbeitswelten (New Work) ausmacht: Nicht mehr schuften bis zum Umfallen – sondern smart, fokussiert und gesund arbeiten.

Struktur = Freiheit

„Discipline equals freedom.“

Jocko Willink

Klingt erstmal widersprüchlich, oder? Struktur und Freiheit in einem Satz. Früher hätte ich auch gedacht, dass Planung mich einschränkt. Dass feste Zeiten, Anker und Routinen etwas mit Kontrolle zu tun haben – und nicht mit Leichtigkeit.

Heute sehe ich das anders.

Struktur gibt mir Orientierung. Sie hilft mir, mich nicht im Chaos zu verlieren. Sie sorgt dafür, dass ich nicht nur funktioniere, sondern mir Zeit nehme für das, was mir wichtig ist: Bewegung, Familie, Ideen, Me-Time.

Ich arbeite nicht weniger – aber bewusster. Ich bin nicht immer perfekt organisiert – aber ich habe meine Anker. Und ich darf flexibel sein, umplanen, Dinge verschieben. Das ist für mich wahre Selbstbestimmung.

Und ja, manchmal arbeite ich tatsächlich in Jogginghose. Mit Kaffee in der Hand, einem Plan auf dem Bildschirm und einem klaren Ziel im Kopf. Ich bin mein eigener Boss – und ich weiss, was das bedeutet.

cool Zum Schluss: Deine Struktur darf so individuell sein wie du

Vielleicht sieht dein Alltag ganz anders aus. Vielleicht hast du ganz andere Routinen – oder noch keine. Und das ist völlig okay.

Struktur ist kein starres Korsett. Sie darf flexibel, lebendig und genau so sein, wie du sie brauchst. Sie soll dir nicht den Tag diktieren – sondern dir Raum schaffen für das, was dir wirklich wichtig ist.

Es muss nicht perfekt sein. Aber es darf sich gut anfühlen.

Fang klein an. Teste. Verwirf. Fang neu an. Hauptsache: Du machst deinen Weg draus.

Und wenn du dich manchmal fragst, wie du zwischen Kundenterminen, Familie, Ideen und Home-Office-Wäschebergen nicht völlig untergehst – dann bist du nicht allein.

Was hilft dir, im Home Office produktiv zu bleiben? Ich freue mich, wenn du mir davon erzählst.

Jacqueline Basler - virtuelle Assistentin

Über die Autorin

Ich bin Jacqueline, virtuelle Assistentin auf selbständiger Basis, Familienmanagerin und bis vor kurzem Studentin für einen Bachelor of international Management im Fernstudium.

Während meiner Zeit als Geschäftsleitungsassistentin habe ich gemerkt, dass ich gerne plane, organisiere und strukturiere und das Talent habe, anderen Menschen das Leben “administrativ” zu erleichtern.

Meine Mission als VA ist es, meinen Kundinnen durch meine Unterstützung mehr Freiheit, Leichtigkeit und Zeit zu schenken – für eine bessere Work-Life-Balance!

Ich bin strukturiert und organisiert und habe immer ein Lächeln im Gesicht. In neue Software und Systeme kann ich mich sehr schnell einarbeiten und denke nicht nur über Prozesse nach, sondern entwickle sie auch gerne (mit dir) weiter.

Wenn du mehr über meinen Background sowie meine WORK – LIFE – BALANCE wissen möchtest, schau doch gern mal auf der Seite Das bin ich!vorbei